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Chris (27)

Meine Geschichte

Manchmal war es holprig

Moin Zusammen, mein Name ist Chris und ich bin 27 Jahre alt. Mit 14 Jahren habe ich nach sehr vielen Arztbesuchen die Diagnose "Juvenile rheumatoide Arthritis" erhalten und war erst einmal total verzweifelt. Ich hatte tausend Fragezeichen im Kopf und musste mich bei einigen Sachen, wie zum Beispiel beim Fußball spielen einschränken, was für mich sehr schwierig war, weil^wdies für mich bis davor einfach selbstverständlich war.

Meine Mama hat mich bis zur Volljährigkeit bei allen Arztbesuchen begleitet und mich mit allem unterstützt.
In dieser Zeit konnte ich mich langsam an die vielen Arztbesuche und die verschiedenen Medikamente gewöhnen.
Doch dann plagten mich langsam Zukunftsthemen, wie und was möchte und kann ich beruflich leisten, was kann ich mir zu trauen und wie gehe ich mit der Krankheit um. Als ich mich nach erfolgreicher Schulausbildung für eine kaufmännische Ausbildung entschieden habe, hatte ich das Glück, eine Ausbildungsfirma zu finden, in der man Gleitzeit hatte und ich dadurch meine Arztbesuche relativ flexibel gestalten konnte und die langen Stunden in der Jugendrheumatologie ohne große Fehltage verbringen konnte.
Als ich dann älter wurde, hatte ich langsam ein anderes Verständnis von meiner Krankheit als mein langjähriger Jugendrheumatologe und so riss der Kontakt zu ihm immer mehr ab. Zu dieser Zeit ging es mir aber auch deutlich besser und ich hatte dann einige Jahre keine ärztliche Betreuung. Als ich dann mit Anfang 20 Vater eines kleinen Sohnes wurde, war mein Glück perfekt! Natürlich hatte mich das Thema Rheuma auch bei der Kinderplanung beschäftigt und so musste ich ein Medikament langfristig abgesetzt haben, damit ich ein Kind zeugen durfte, ohne dass große Bedenken vorliegen würden. Es ist nicht immer einfach mit einem kleinen Sohn, wenn man dann Beschwerden hat, aber mit viel positivem Geist kann man sehr viel schaffen, auch mit Rheuma!

Nach langer Zeit wurde ich im letzten Jahr erfolgreich an einen Erwachsenen-Rheumatologen übermittelt. Die Zeit zwischen dem Jugend-Rheumatologen und dem Erwachsenen-Rheumatologen war relativ lange und in der Zeit fühlte mich auch etwas hilf- und orientierungslos. Ich könnte es nicht empfehlen, eine so lange Zeit nicht in Behandlung zu sein, aber in dieser Zeit dachte ich nicht daran. Manchmal ist es etwas holprig, aber nun kann ich sagen, dass ich mich wieder gut aufgehoben fühle.

Chris
Erkrankung: Juvenile rheumatoide Arthritis
Lebenssituation: Mitten im Beruf
Schwerpunkt: Berufsorientierung/Berufsalltag, Vater sein mit Rheuma
Hobbies:

Fußball, Familie, Reisen, Poetry Slam